Blüchers Rheinübergang bei Kaub

Aus den Kriegsaufzeichnungen des Philipp von Wussow,
jüngster Leutnant im Generalstab des Grafen York

Blücher "Der Übergang der Armee Blücher über den Rhein bei Caub geschah wie folgt:

In der Nacht vom 31.12.1813 zum 1.1.1814 wurde mit dem Bau einer Pontonbrücke von Caub bis zur Pfalz begonnen und diese Brücke unter Verwendung von 27 russischen Leinenpontons bis zum 1.1.1814 morgens 9 Uhr fertiggestellt.

Inzwischen setzten in der Nacht um 2 1/2 Uhr 200 Brandenburgische Füsiliere unter Graf Brandenburg auf Kähnen bis zum linken Rheinufer über, erstiegen unter Hurra das Ufer und besetzten die steilen Weinberghänge, auf denen Schnee lag. Es waren nur wenige Schüsse gefallen und dann war alles still. Morgens 8 Uhr wurde ein auf der Straße nach Bacharach aufgestelltes französisches Geschütz von dort in Richtung auf Bacharach vertrieben.

Der Bau des zweiten Teils der Brücke -von der Pfalz zum linken Rheinufer - war durch die starke Strömung erschwert und wurde erst am Morgen des 2.1.1814 fertig. Hier wurden 44 russische Leinenpontons verwendet. Der vom Feldmarschall Blücher für den 1.1. befohlene Übergang konnte deshalb erst am 2.1. erfolgen.

Von der Avantgarde unter General von Hünerbein war in der Nacht vom 1. zum 2.1. die Infanterie auf der Uferstraße von Caub und die Kavallerie und Artillerie auf der Straße nach Weisel bereit gestellt. Der Übergang begann am 2.1. um 9 Uhr früh.

Die Spitze der Avantgarde bestand aus 3 Bataillonen Infanterie (Brandenburgische Füsiliere, 12. Reserveregiment, 14. Land- wehrinfanterieregiment), 2 Kompanien Ostpreußische Jäger und 8 Eskadronen Kavallerie (2. Leibhusarenregiment, Mecklenburgische Dragoner, Brandenburgische Dragoner, Ostpreußische Husaren) und einer reitenden Batterie Regiment 3. Die Spitze stand unter dem Befehl des Generals von Katzler.

RheinübergangDann folgte das Gros der Avantgarde, bestehend aus 6 Bataillonen Infanterie und 1 Batterie Fußartillerie unter Oberstleutnant von Hiller und 8 Eskadronen Kavallerie unter Oberstleutnant von Stutterheim.

Dann folgte das Gros des Yorkschen Korps. Graf York mit seinem Stabe nahm während des Übergangs seines Korps Aufstellung auf der Pfalz. Die Geschütze und Wagen durften die Brücke nur einzeln passieren. Der Übergang des Korps dauerte bis spät in die Nacht zum 3. Januar. Am 3. folgte das russische Korps Langeron.

Die Avantgarde des Yorkschen Korps ging am 2.1. alsbald über Bacharach-Stromberg in Richtung auf Kreuznach vor. Ihm folgte das Gros bis in die Gegend von Stromberg, wo ein Ruhetag stattfand. General York nahm mit seinem Stabe Quartier in Stromberg. Es herrschte Kälte und Glatteis."